Mentoren für Jugendliche
Als Mentor haben Sie die Möglichkeit, ehrenamtlich einen Jugendlichen bei seiner Schullaufbahn mit Rat und Tat zu begleiten.
Dabei sollen Sie die Rolle eines neutralen Ansprechpartners übernehmen, mit dem über den schulischen Werdegang, aber auch über persönliche Probleme gesprochen werden kann. Wir würden es begrüßen, wenn Sie als Bindeglied zwischen Internat, Eltern und unserem Verein fungieren würden.
Wir meinen, dass Personen als Mentoren besonders geeignet sind, die Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen gesammelt haben, sei es, weil Sie selbst schulpflichtige Kinder haben oder hatten, oder über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Als Mentor sollten Sie durch Ihren eigenen Lebensweg eine positive Lebenseinstellung bewiesen haben.
Wenn Sie Interesse daran haben, sich als Mentor zu engagieren, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Dann erläutern wir Ihnen die Details und würden Ihnen einen Stipendiaten, der möglichst in Ihrer Nähe wohnt, vorschlagen.
Erfahrungsbericht
Kolleg St. Blasien
Internat im Schwarzwald
Ich als Mensch bin in Sankt Blasien auf vielfältige Weise gewachsen. Ich konnte meinen Horizont auf einer emotionalen, familiären, freundschaftlichen und auch kollegialen Ebene erweitern und habe dort einen geschützten Rahmen gefunden. Rückblickend sage ich, dass mich die Zeit im Internat sehr positiv geprägt hat. Vor allem aber fand ich dort ein neues Zuhause, Geborgenheit, Sicherheit und einen Ort, an den ich jederzeit zurückkommen kann. Dies sind Dinge, die man an einer normalen Schule nicht findet.
Mit dem Schritt ins Internat änderte sich für mich von Grund auf alles, denn ich hatte aufgrund von familiären Streitigkeiten zu Hause viele Probleme, welche ich in St. Blasien beiseitelegen konnte. Das Internat hat mir die Möglichkeit gegeben, körperlich und emotional Abstand von den Konflikten zu gewinnen und in einer stabilen Umgebung zur Ruhe zu kommen. Ein Ort, an dem nicht die familiären Spannungen im Mittelpunkt standen, sondern meine eigene Entwicklung, mein Wohlbefinden und meine Ausbildung.
Die Unterstützung, die ich vom Verein Ausbildung & Internat e.V. erhielt, war für mich somit ein sehr großer Segen, für den ich Ihnen stets sehr dankbar bin.
Im Internat anzukommen bedeutet vielerlei: neue Erfahrungen in eigentlich jedem Lebensbereich. Das Leben mit Gleichaltrigen Tag und Nacht zu teilen – ja, das meine ich genauso, ist eine Erfahrung, welche unbeschreiblich wertvoll ist. Das Leben auf der Gruppe bedeutet sich anzupassen, zu teilen, voneinander lernen, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, «mehrere Kleiderschränke» zu haben, zusammen zu kochen, zusammen Sport zu machen, zusammen in den Partykeller zu gehen, zusammen für Prüfungen büffeln, bei denen man alleine vielleicht verzweifeln würde. Man teilt die schönen Momente, aber gerade in den schwierigen Augenblicken ist stets jemand an deiner Seite. Für mich war das wie eine zweite Familie, auf welche auch nach dem Abitur stets Verlass ist.
Der Alltag als Internatsschüler ist klar strukturiert, es gibt fixe Zeiten für Dinge wie etwa das Frühstück, den Unterricht, das Mittagessen, die Studierzeit, die Freizeit und vieles mehr. Dies gab mir Halt. Freizeit ist ein gutes Stichwort, denn AGs und IGs gibt es im Internat unzählige, hier ist wirklich für jedermann etwas dabei. Vom Fußball, Tanzen, Musizieren, Golfen, Tennis, Schwimmen, Fahrradfahren, Skifahren bis hin zum Jagdsport gibt es wirklich alles! Ein weiteres Angebot, welches man so zu Hause kaum hat.
Ich konnte mich in meinen vier Jahren im Internat als Internatssprecherin ebenfalls für die Interessen der Internatsschülerinnen einsetzen. Das hat mir sehr gefallen, da ich dadurch nicht nur meine eigenen Erfahrungen einbringen, sondern mich nachhaltig für andere engagieren konnte. Gleichzeitig habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen, in direkten Kontakt mit der Internatsleitung zu treten und Entscheidungen mitzugestalten. Fähigkeiten, von denen ich bis heute in meinem Studium profitiere.
Die Gemeinschaft wird in Sankt Blasien auf jeden Fall großgeschrieben. Kollegianer verstehen, helfen und hören zu ganz egal wann und wem. Diese Gemeinschaft war für mich der entscheidende Grund, weshalb ich es geschafft habe, mich trotz schwieriger Umstände auf die Schule zu konzentrieren, mein Abitur zu machen und gestärkt aus dieser Zeit hervorzugehen.
Dankbar blicke ich zurück!